Jugendprotest gegen Ultraschall-Piepton
30. April 2010Das Europäische Jugendforum hat sich
wegen Diskriminierung an die Parlamentarische
Versammlung des Europarats
(PACE) gewandt und um Unterstützung
gegen ordnungsamtliche Vertreibungsaktionen
gebeten. Jugendliche, die ihre
Mitmenschen „stören“, werden in einigen
europäischen Städten mit einem Gerät
vertrieben, das an öffentlichen Plätzen
angebracht ist. Das sogenannte Mosquito-
Gerät sendet einen Ton im Ultraschallbereich,
den nur junge Menschen hören.
Nach einigen Minuten soll der Ton sehr
unangenehm klingen, verursacht aber
laut dem Hersteller keine Schmerzen oder
Schäden.
Das PACE-Komitee für Kultur, Wissenschaft
und Bildung will im Juni darüber
entscheiden, ob es eine solche Maßnahme
für zulässig hält. In einer entsprechenden
Vorlage bezeichnet der Berichterstatter
Piotr Wach aus Polen die Ultraschall-
Vertreibung als Verletzung der Menschenrechte.
Kinder hätten „dramatische Reaktionen“
auf das für ihre erwachsenen Begleitpersonen
unhörbare Geräusch gezeigt.
Die Mosquito-Geräte würden als „Waffe“
gegen Jugendliche eingesetzt, unabhängig
davon, wie diese sich tatsächlich verhielten.
Zudem sei unklar, welche gesundheitlichen
Auswirkungen die Geräte hätten, vor allem
auf Säuglinge und Ungeborene.
In Frankreich, Deutschland, Großbritannien
und anderen EU-Staaten sind
bereits 3.500 Mosquito-Geräte im Einsatz,
in Deutschland unter anderem im Kreis
Osnabrück und in Dissen im Teutoburger
Wald.
http://assembly.coe.int/ASP/APFeaturesManager/defaultArtSiteView.asp?ID=907
Quelle: Zeitschrift umwelt aktuell (Ausgabe 05.2010, S. 35
