Jugendprotest gegen Ultraschall-Piepton

30. April 2010

Das Europäische Jugendforum hat sich
wegen Diskriminierung an die Parlamentarische
Versammlung des Europarats
(PACE) gewandt und um Unterstützung
gegen ordnungsamtliche Vertreibungsaktionen
gebeten. Jugendliche, die ihre
Mitmenschen „stören“, werden in einigen
europäischen Städten mit einem Gerät
vertrieben, das an öffentlichen Plätzen
angebracht ist. Das sogenannte Mosquito-
Gerät sendet einen Ton im Ultraschallbereich,
den nur junge Menschen hören.
Nach einigen Minuten soll der Ton sehr
unangenehm klingen, verursacht aber
laut dem Hersteller keine Schmerzen oder
Schäden.
Das PACE-Komitee für Kultur, Wissenschaft
und Bildung will im Juni darüber
entscheiden, ob es eine solche Maßnahme
für zulässig hält. In einer entsprechenden
Vorlage bezeichnet der Berichterstatter
Piotr Wach aus Polen die Ultraschall-
Vertreibung als Verletzung der Menschenrechte.
Kinder hätten „dramatische Reaktionen“
auf das für ihre erwachsenen Begleitpersonen
unhörbare Geräusch gezeigt.
Die Mosquito-Geräte würden als „Waffe“
gegen Jugendliche eingesetzt, unabhängig
davon, wie diese sich tatsächlich verhielten.
Zudem sei unklar, welche gesundheitlichen
Auswirkungen die Geräte hätten, vor allem
auf Säuglinge und Ungeborene.
In Frankreich, Deutschland, Großbritannien
und anderen EU-Staaten sind
bereits 3.500 Mosquito-Geräte im Einsatz,
in Deutschland unter anderem im Kreis
Osnabrück und in Dissen im Teutoburger
Wald.

http://assembly.coe.int/ASP/APFeaturesManager/defaultArtSiteView.asp?ID=907

Quelle: Zeitschrift umwelt aktuell (Ausgabe 05.2010, S. 35

GENTECHNIKGEGNER aus Haft entlassen

11. November 2009

taz – 03.11.2009

SUHL Der Gentechnikgegner Michael Grolm ist nach zweitägiger Haft wegen einer sogenannten Feldbefreiung gestern vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Unterstützer des Imkers, darunter die taz-Chefredakteurin Ines Pohl, die alternativen Nobelpreisträger Percy Schmeiser und Michael Succow, der Kabarettist Georg Schramm und eine Schulklasse, hätten den Rest einer Geldstrafe von 360 Euro bezahlt und Grolm so aus der Justizvollzugsanstalt Suhl “freigekauft”, teilte die Initiative Gendreck weg in Suhl mit. (epd)

Weltbank stoppt Finanzierung der Palmöl-Industrie

14. September 2009

IFC: Umweltbelange als Argument für Investitionen

Palmöl-Monokulturen sind kein Hort der Artenvielfalt (Foto: Greenpeace.ch)

Hongkong/Washington DC (pte/11.09.2009/15:30) – Die Weltbank reagiert offensichtlich auf die Besorgnis zahlreicher Umweltschutzorganisationen über den weltweiten Anbau von Palmöl. Die Weltbanktochter International Finance Corp IFC http://www.ifc.org hat Investitionen in Palmölunternehmen in Indonesien erstmals gestoppt, berichtet das Umweltportal business green. Dieser Schritt erfolgte nach der Prüfung der Praktiken in diesem Sektor. Bisher hat der IFC 132 Mio. Dollar in Palmöl-Projekte in Asien, Mittelamerika in der Ukraine und in Westafrika investiert.

In den kommenden Monaten will die IFC nachprüfen, ob gewisse Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien bei der Gewinnung von Palmöl eingehalten werden. IFC-Präsident Robert Zoellick meint damit, dass bis zur Findung neuer Strategien keine Investitionen in diesem Sektor abgesegnet werden. Besondere Beachtung werde vor allem in den Bereichen Umwelt und soziale Verträglichkeit gelegt. Innerhalb der kommenden sechs Monate sollte dies geregelt werden. “Nachhaltige Palmöl-Produktion kann auch den ärmsten Menschen helfen, ihren Unterhalt zu verdienen”, so Zoellick.

“Umweltorganisationen und soziale Gruppen hatten vor allem die Investitionen des IFC beim Unternehmen Wilmar, einem der größten Palmölproduzenten, kritisiert”, erklärt Martina Fleckenstein vom WWF-Deutschland http://www.wwf.de im pressetext-Interview. “Wir fordern die Einhaltung von strengen sozialen und ökologischen Kriterien”, so die Expertin. Durch den öffentlichen Druck setzt Wilmar nun auf mehr Nachhaltigkeit. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Allerdings liegt vor Wilmar noch ein langer Weg. Derzeit gebe es eigentlich nur ein Nachhaltigkeitszertifikat bei der Gewinnung des wertvollen Rohstoffs. Dies sei das Zertifikat Round Table on Sustainable Palmoil (RSPO), bei dem sowohl auf soziale, als auch auf ökologische und ökonomische Kriterien geachtet werde.
mehr: http://pressetext.de/news/090911034/weltbank-stoppt-finanzierung-der-palmoel-industrie/

Outdoor-Bekleidung: Hungerlöhne im Visier

29. Juli 2009

Um die teilweise menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Outdoor-Kleidungsherstellung zu beleuchten, startete die in Münster ansässige Christliche Initiative Romero (CIR) zu einer Informationsrundreise durch Deutschland. Die Reise findet anlässlich der europäischen Fachmesse “OutDoor” statt. Sie ist Bestandteil der von der Christlichen Initiative Romero mitgetragenen europaweiten Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign CCC).

24.07.2009 Münster (UD/na) – Kaum eine andere Branche konnte in den vergangenen Jahren derart starke Zuwachsraten erzielen wie die Hersteller von Outdoor-Bekleidung. Marken wie Jack Wolfskin oder The North Face haben sich von reinen Ausstattern für Natur- und Abenteuer-Freunde zu Herstellern angesagter Alltagskleidung entwickelt. Die Unternehmen wissen: Die meisten ihrer Käufer setzen nicht nur auf Funktionalität und Preis, sondern ebenso darauf, dass Outdoor-Kleidung sozial- und umweltverträglich produziert wird. Entsprechend wird kräftig mit Nachhaltigkeit, Fairness und sozialem Engagement geworben. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus: Auch Outdoor-Bekleidungshersteller sind für gravierende Missstände in Produktionsstätten in Ländern des Südens mitverantwortlich. Im Schatten des Outdoor-Booms nähen ArbeiterInnen Kleidung, Schuhe und Rucksäcke weltweit für Hungerlöhne. Sie leisten teilweise exzessive Überstunden. Auch sexuelle Belästigungen von Fabrikarbeiterinnen waren in der Vergangenheit zu verzeichnen.

Im Rahmen der Rundreise wird die aus El Salvador stammende Textilarbeiterin und NGO-Mitarbeiterin Mariela Quintanilla über ihre aktuellen Recherchen zur Herstellung von Outdoor-Kleidung in El Salvador berichten. Mariela Quintanilla ist Vertreterin des salvadorianischen Comité Nacional Laboral, einer gewerkschaftsnahen Nichtregierungsorganisaton (NGO).

Die europaweite Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign CCC), der verschiedenste soziale, ökologische, politische und kirchliche Organisationen angehören, fordert Hersteller von Outdoor-Bekleidung auf, ihrer sozialen Verantwortung endlich in ausreichender Weise gerecht zu werden. Wo dies noch nicht der Fall ist, sollen sich Unternehmen in einer Multistakeholder-Initiative für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in ihren Lieferketten engagieren. Grundlegende Arbeitsstandards im weltweiten Zulieferernetz müssen endlich umfassend umgesetzt – und durch unabhängige externe Institutionen wirksam kontrolliert werden.

Die Christliche Initiative Romero e.V. setzt sich für Arbeits- und Menschenrechte in Ländern Mittelamerikas ein. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Basisbewegungen und Organisationen in Nicaragua, El Salvador und Guatemala sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland. Ziel ist, eine Brücke zwischen den Entwicklungsländern und Deutschland zu schlagen. Im Sinne ihres Namensgebers, des 1980 ermordeten salvadorianischen Erzbischofs Oscar Romero, setzt sich die Initiative gegen Ungerechtigkeitsverhältnisse ein und ergreift Partei für die Armen.

Quelle: UmweltDialog-Newsletter Nr. 30/2009 vom 29.07.2009

Konservative Unterstützung für Gesine Schwan

27. Mai 2009

Weltbank warnt vor sozialen Unruhen
Regierungen sollten sich auf hohe Arbeitslosenwellen vorbereiten

Wirtschaftskrise könnte Zündstoff für Konflikte liefern (Foto: pixelio.de, Fionn Große)
Washington/Moskau (pte/25.05.2009/11:28) – Weltbank-Chef Robert Zoellick hat vor den Folgen der Wirtschaftskrise und möglichen gesellschaftspolitischen Auswirkungen des ökonomischen Abschwungs gewarnt. Besonders Länder Osteuropas würden sich in einer heiklen Lage befinden und müssten sich angesichts schnell einbrechender Wirtschaftsdaten auf hohe Niveaus von Arbeitslosen einstellen. Die Regierungen sollten sich daher auf mögliche Proteste und soziale Unruhen vorbereiten. “In Russland ist es wegen der Erhöhung der Auto-Einfuhrzölle bereits zu Protesten gekommen. Geht die Krise noch tiefer, sind weitere Konflikte möglich”, meint Konstantin Kholodilin, Russland-Experte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung http://www.diw.de, im Gespräch mit pressetext. Zoellick zufolge hat es zuletzt zwar Anzeichen für eine Stabilisierung der Finanzmärkte gegeben. Dies gelte jedoch nicht unbedingt für die Realwirtschaft.

Verschiedene Regionen Osteuropas wurden von der Wirtschaftskrise mit voller Wucht getroffen. Während die Märkte nunmehr Anzeichen einer Erholung zeigen und pauschale Negativratings kritisch hinterfragt werden (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090406029/), verzeichnen etwa Lettland oder Estland einen zweistelligen Verfall des Bruttoinlandsprodukts. Dies dürfte sich entsprechend in den Arbeitsmarktzahlen ausdrücken. In Zentral- und Osteuropa würden angesichts einer nach wie vor hohen Unsicherheit Risiken für Konflikte bestehen. “Derzeit weiß niemand wirklich, was passieren wird”, wird Zoellick von der BBC zitiert. Es sei ratsam, auf alle Möglichkeiten vorbereitet zu sein.

Neben Zentral- und Osteuropa hinterlässt die Wirtschaftskrise in Schwellen- und Entwicklungsländern weltweit ihre Spuren. Dabei äußern sich die Auswirkungen je nach Staat unterschiedlich hart. Dank verschiedener Konjunkturprogramme bleiben einige Regionen wie etwa Lateinamerika zwar relativ stabil. Mexiko und Mittelamerika seien aufgrund ihrer starken Abhängigkeit von den USA hingegen deutlich stärker betroffen. Während Mexiko rund 80 Prozent der Exporte in die Staaten liefert, ist die Wirtschaft allein im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent geschrumpft.

Nachdem die Weltbank bereits vor einer humanitären Katastrophe in den ärmsten Ländern der Welt sowie rund 53 Mio. zusätzlichen Menschen, die von extremer Armut bedroht sind, gewarnt hatte, könnten soziale Unruhen auch in reichen Industrienationen nicht kategorisch ausgeschlossen werden. Das größte Konfliktpotenzial liege dabei in steigender Arbeitslosigkeit. Allein Großbritannien müsse damit rechnen, dass zumindest eine weitere Mio. Menschen ihre Jobs verliert. Aufgrund explodierender Staatsschulden droht der Insel darüber hinaus eine Herabstufung des Kreditratings von der bisherigen Bestnote “AAA”. Dem Internationalen Währungsfonds zufolge bleibt die britische Wirtschaft trotz jüngster Anzeichen für eine Stabilisierung anfällig für Schocks. (Ende)
Quelle:http://pressetext.de/news/090525022/weltbank-warnt-vor-sozialen-unruhen/

Neue Website dokumentiert Abstimmungsverhalten im EU-Parlament

27. Mai 2009

Auf der neuen Website VoteWatch.eu werden die Aktivitäten der EU-Abgeordneten detailliert dokumentiert. So wird transparent, welche Arbeit die Abgeordneten leisten. Finanziert wird das neue Angebot aus den USA.

Straßburg rückt ein Stück näher. In Straßburg hat das Europaparlament seinen Sitz. Dort stimmen die Abgeordneten über die europäische Gesetzgebung ab. Dort entscheiden sie über die Grundlinien der europäischen Politik. Aber wie stimmen die Abgeordneten eigentlich ab? Und was machen sie, wenn sie nicht abstimmen? Davon werden die meisten Wähler kaum eine Vorstellung haben.

Die neue Website VoteWatch.eu will Licht ins Dunkel bringen. Auf der Website wird das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten und politischen Gruppen im EU-Parlament fortlaufend dokumentiert. Darüber hinaus wird für jeden Abgeordneten und jede Abgeordnete dokumentiert, wie viele parlamentarische Anfragen gestellt wurden, welche Anwesenheitsquote erreicht wurde oder wie loyal das Abstimmungsverhalten gegenüber dem Heimatland ausfiel. Die Loyalität messen die Macher von VoteWatch.eu am Abstimmungsverhalten der Mehrheit aller Abgeordneten aus einem Land.

Beispielsweise erreichte die deutsche Grünen-Abgeordnete Angelika Beer (Die Grünen) eine Anwesenheitsquote von 76,51 Prozent. Sie hielt 52 Reden im Parlament und hat sich in 53,11 Prozent aller Abstimmungen loyal gegenüber der Mehrheit der deutschen EU-Abgeordneten verhalten. Elmar Brok von der CDU hielt 128 Reden, war zu 82,55 Prozent anwesend und verhielt sich in 93,27 Prozent loyal. Alexander Graf Lambsdorff von der FDP brachte es auf 68 Reden, eine Anwesenheitsquote von 67,56 Prozent und eine Loyalitätsquote von 80,03 Prozent. Dagmar Roth-Behrendt von der SPD hielt 104 Reden, war zu 81,88 Prozent anwesend und teilte in 71,32 Prozent aller Abstimmungen die Meinung der Mehrheit der deutschen Abgeordneten. André Brie von der Linken hielt lediglich sechs Reden, war aber zu 89,97 Prozent im Plenum anwesend und überwiegend (47,38 Prozent) anderer Auffassung als die Mehrheit der deutschen Abgeordneten.

Die Orientierung auf der englischsprachigen Website von VoteWatch.eu fällt leicht. Abgeordnete lassen sich problemlos nach Heimatländern oder politischen Fraktionen sortiert anzeigen. Leider fehlt bisher eine Möglichkeit zum Ranking, um beispielsweise zu ermitteln, welche Abgeordneten wie oft abwesend waren oder welche am häufigsten Reden hielten.

Zu den Machern der Website zählt unter anderem der renommierte britische Politologe Simon Hix von der London School of Economics and Political Science. Finanziert wird das kostenlose, gemeinnützige Angebot vom Open Society Institute, von Burson-Marsteller und von ElectionMall.com. Hinter dem Open Society Institute steht der Milliardär George Soros. Burson-Marsteller ist eine der weltweit führenden PR- und Politikberatungsfirmen. ElectionMall.com ist auf die Organisation von Wahlkampagnen spezialisiert. Alle drei Sponsoren operieren international, haben ihren Ursprung aber in den USA.
Link zur Website: http://www.votewatch.eu

Quelle: http://www.umweltruf.de/news/111/news2.php3?nummer=9484

Wachstum über alles

22. Mai 2009

Die Karriere einer Metapher

Sendung am Sonntag, 24.05.2009, 08.30 bis 9.00 Uhr

Von Bernhard H. F. Taureck

Wir alle haben es gerne, wenn etwas um uns herum wächst: unsere Kinder, das Bruttosozialprodukt, die Renten und natürlich die Wirtschaft insgesamt. Genau deshalb sind wir ja auch in Alarmstimmung, wenn die Wirtschaft schwächelt, wenn die Finanzkrise zu Pessimismus Anlass gibt. Dabei ist die Rede vom Wachstum unscharf und – aus sprachphilosophischer Perspektive – metaphorisch [1]. Und da Metaphern immer unpräzise sind, hilft uns diese Rede vom Wachstum angesichts der notwendigen Analyse ökonomischer Tatsachen kaum weiter. Bernhard H. F. Taureck [2], Professor für Philosophie in Braunschweig [3], analysiert die Schwachstellen der Metaphern rund ums Wachstum.

Bernhard H. F. Taureck (Jahrgang 1943) publiziert seit den achtziger Jahren vor allem zur Philosophie Nietzsches, zur französischen Philosophie des 20. Jahrhunderts sowie zur politischen Philosophie. 1972 promovierte er an der Universität Tübingen mit einer Dissertation über Mathematische und transzendentale Identität, 1986 habilitierte er sich an der Universität Hamburg mit einer Arbeit über Nietzsches Alternativen zum Nihilismus (Hamburg: Junius 1991).

2004 veröffentlichte Taureck “Metaphern und Gleichnisse in der Philosophie” als ersten Band einer auf drei Bände angelegten Studie. Seither steht die philosophische Metaphorologie im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit.

Auswahl seiner Bücher:
Die Antworten der Philosophen. Ein Lexikon., Paderborn: Wilhelm Fink 2009 Don Quijote als gelebte Metapher, Paderborn: Wilhelm Fink 2008 Zwischen den Bildern. Metaphernkritische Essays über Liberalismus und Revolution, Hamburg: Merus 2006 Metaphern und Gleichnisse in der Philosophie, Frankfurt/Main: Suhrkamp 2004

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SWR2-Sendungen online hören

SWR2 Aula zum Nachhören

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/aula/-/id=1718548/1pll841/index.html

Katzen sind klimaschädlicher als Dackel

15. Mai 2009

13.05.2009
Katzen sind klimaschädlicher als Dackel

Katzen verursachen mehr CO2 als Hunde. Das berichtet die Zeitschrift Healthy Living in ihrer aktuellen Ausgabe. Allein für die Herstellung von Tiernahrung und deren Verpackung fällt bei Katzen pro Jahr rund eine Tonne CO2 an. Die Müllentsorgung von Futterdosen und Katzenstreu bei Wohnungshaltung belastet das Klima mit weiteren 1250 kg Kohlenstoffdioxid. Dazu kommt der
Wasserverbrauch für die Reinigung des Katzenklos. Das Umweltportal utopia.de hat errechnet, dass die CO2-Bilanz einer Hauskatze insgesamt rund 2200 Kilogramm im Jahr beträgt.

Der Stubentiger ist damit ein größerer Klimafeind als der Hund. Bei einem Dackel fallen wegen der geringeren Müll- und Energiekosten zum Beispiel nur 1850 kg CO2 an. Nach ökologischen Aspekten ist der Kanarienvogel mit nur 28 kg Kohlenstoffdioxid-Verbrauch im Jahr das ideale Haustier.

Verweiswww.myhealthyday.de/

Forscher machen großen Schritt bei Tarnkappen

6. Mai 2009

Dielektrische Materialien als Hoffnungsträger für optische Unsichtbarkeit

Zhang im Forschungslabor (Foto: Berkeley Lab/Roy Kaltschmidt)
Berkeley (pte/04.05.2009/12:20) – Die Wissenschaft arbeitet fieberhaft daran, Tarnkappen Realität werden zu lassen. Nun haben Forscher des Berkeley Lab http://www.lbl.gov und der University of California (UC) in Berkeley einen Ansatz demonstriert, der ihrer Ansicht nach für das Tarnen im sichtbaren Spektralbereich vielversprechend ist. “Wir haben eine neue Lösung für das Problem der Unsichtbarkeit entwickelt, die auf dielektrische – nichtleitende – Materialien setzt”, erklärt Teamleiter Xiang Zhang, Materialwissenschaftler am Berkley Lab und Direktor des Nano-Scale Science and Engineering Center an der UC Berkeley. Damit hebt sich die Arbeit von bisherigen Forschungsbemühungen ab.” Das ist sehr interessant. Bis jetzt hat man Metamaterialien aus metallischen Strukutren hergestellt”, meint Karl Unterrainer, Professor für Photonik an der Technischen Universität Wien, gegenüber pressetext.

Bisherige Forschungsarbeiten im Bereich Unsichtbarkeit wie etwa die ersten Tarnkappe für sichtbares Licht (pressetext berichtete: http://pressetext.de/news/071114001/) haben auf metallische Metamaterialien gesetzt, was auch historische Gründe hat. “Ursprünglich wurden sie ja für Radarfrequenzen entwickelt, und da war es bei der Herstellung günstiger, metallische Strukturen zu verwenden”, erklärt Unterrainer. Bei höheren Frequenzen besonders ab einem Terahertz seien Metalle aber problematisch und dielektrische Materialien besser. “Allerdings ist die Herstellung dieser Strukturen um einiges schwieriger, weshalb die kalifornische Arbeit einen sehr wichtigen Schritt in die richtige Richtung aufzeigt”, meint der Wissenschaftler.

Dem Team um Zhang ist es gelungen, nur mit dielektrischen Materialien eine Art Unsichtbarkeitsteppich zu entwickeln. Wird ein Objekt darunter gelegt, erscheint die Oberfläche des Teppichs aufgrund seiner speziellen Nanostruktur dennoch flach – das Objekt bleibt somit vor Betrachtern verborgen. Das Team konnte in Experimenten für eine Fläche von 3,8 Mikrometern mal 400 Nanometern und im nahen Infrarot nachweisen, dass dieser Ansatz funktioniert, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature Nanomaterials berichten. Allerdings sollte die neue Tarnkappe aufgrund der rein dielektrischen Zusammensetzung und ihres Designs aufwärtsskalierbar sein, so Zhang. Der Teamleiter ist auch zuversichtlich, dass mit diesem Zugang und einer präziseren Fertigung auch ein Material für sichtbares Licht realisierbar ist – was echte Unsichtbarkeit vor dem menschlichen Auge ermöglichen würde. Auch soll es nicht beim zweidimensionalen Unsichtbarkeitsteppich bleiben. “Unser nächstes Ziel ist es, eine Tarnkappe für alle drei Dimensionen umzusetzen”, betont Zhang.

Den dielektrischen Materialansatz sieht Zhang als Hoffnungsträger. “Unsere optische Tarnkappe lässt nicht nur vermuten, dass geeignete Materialien für echte Unsichtbarkeit in Reichweite sind”, betont der Forscher dabei. Denn es würde sich auch die Möglichkeit eröffnen, Licht auf ähnliche Art auch für andere Anwendungen zu manipulieren. Als denkbare Beispiele nennt er leistungsfähige neuartige
Mikroskope oder schnellere Computer. (Ende)
Quelle: http://pressetext.de/news/090504023/forscher-machen-grossen-schritt-bei-tarnkappen/

Drohungen gegen Anti-AKW-Kampagne

9. April 2009

Die Aufklärung über das dubiose RWE-Angebot “ProKlima Strom” durch .ausgestrahlt und die Umweltorganisation urgewald gefällt dem Atomkonzern ganz sicher nicht. Nun droht die RWE-Werbeagentur Jung von Matt mit Schadenersatzforderungen, Strafanzeige, Anwalts- und Gerichtskosten, falls urgewald das oben abgebildete Motiv weiter verwendet. Aber natürlich gehe es nicht darum, “Ihre Vereinsarbeit zu behindern, Ihrem Verein die Äußerung einer Meinung zu verbieten oder Ihren Verein mit Kosten zu belasten”, schreibt der Anwalt der RWE-Agentur.
Natürlich hat urgewald diese Erklärung nicht abgegeben, sondern ihren Anwalt antworten lassen. Der stellt klar, dass die Werbung von RWE selbstverständlich zitiert und satirisch verfremdet werden darf, um die Nutzung der Atomenergie und die Geschäfte von RWE zu kritisieren.

Es ist offensichtlich: Hier soll eine Kampagne, die RWE bereits empfindlich getroffen hat, behindert, finanziell belastet und künftiger Protest erschwert werden. Doch die Grundrechte auf Meinungs- und Kunstfreiheit sind auf unserer Seite!
Quelle und selbst was tun: http://www.ausgestrahlt.de/atom/rwe#tun